Fabian Kahl, der Bares für Rares-Star im Interview

Die Trödel-Show „Bares für Rares“ ist seit Jahren ein TV-Hit im ZDF. Eines der bekanntesten Gesichter dabei ist Kunst- und Antiquitätenhändler Fabian Kahl. Der 26-jährige sticht nicht nur mit seinen ausgefallenen Outfits und seinem eigenwilligen Stil hervor, sondern auch mit seinem scheinbar unerschöpflichen Wissen über Kunst und Antiquitäten. Was die wenigsten wissen: Fabian lebt größtenteils vegan. Wir durften uns mit ihm unterhalten. Im Interview verrät euch Fabian, wie er zum Fernsehen kam, warum er kein Fleisch isst und wo er am liebsten vegan essen geht.

vanilla bean: Fabian, woher kommt deine Liebe zu Antiquitäten?

Fabian: Ich würde sagen, es liegt bei mir in der Familie. Mein Vater hat bereits mit Antiquitäten gehandelt, da war ich noch Quark im Schaufenster, wie man so schön sagt. Hinzu kommt, dass ich meinen Lebensstil und auch meinen Beruf möglichst nachhaltig begehen möchte, aber dennoch viel Wert auf Ästhetik lege. Da ist der Beruf des Antikhändlers genau der richtige.

vanilla bean: Wie bist du zum TV gekommen?

Fabian: Wie die Jungfrau zum Kinde. Ich war bereits mit jungen Jahren zusammen mit meinem Vater jeden Monat auf dem Leipziger Agra-Markt, einem der größten Antikmärkte Europas. Eines Tages kam ein Kamerateam auf mich zu und wollte mich casten für eine neue Antikshow im ZDF. Ich war sofort Feuer und Flamme und sprach ein kurzes Statement zu meiner Person in die Kamera. Und ein paar Wochen später erfuhr ich, dass ich mich unter weiteren 4 Händlern gegenüber 100 Bewerbern durchgesetzt hatte. Und das mit 21 Jahren. Das war schon eine große Überraschung für mich. Seitdem bin ich dabei und genieße jeden Dreh.

vanilla bean: Was ist die coolste Antiquität, die dir bisher untergekommen ist?

Fabian: Immer die, die ich als nächstes kaufen werde. Ich bin von vielen Dingen der Vergangenheit fasziniert.

vanilla bean: Fabian, wie lange ernährst du dich schon überwiegend pflanzlich? Gab dir ein bestimmter Anlass den Anstoß dazu oder entwickelte sich das über einen längeren Zeitraum hinweg?

Fabian: Ich habe mit 15 Jahren für mich beschlossen, dass ich keine Tiere mehr verzehren möchte. Meinerseits überwiegend aus ethischen, aber auch wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Von jetzt auf gleich war ich Vegetarier und habe diesen Schritt niemals bereut.

Gerade heutzutage, wo es so viele leckere pflanzliche Alternativen gibt – wer braucht da noch Fleisch von unglücklichen Tieren?

vanilla bean: Was würdest du jemandem raten, dem eine Umstellung schwer fällt?

Fabian: Ich denke, es ist von Nöten, sich eindringlich und in ungeschönter Form mit dem Thema tierische Nahrung und deren Folgen für das Tier an sich, die Menschheit und unseren wunderschönen Planeten zu beschäftigen. Die erschreckenden Informationen und grausamen Bilder haben bei mir jedenfalls einen Sinneswandel bewirkt. Und gerade heutzutage, wo es so viele leckere pflanzliche Alternativen gibt – wer braucht da noch Fleisch von unglücklichen Tieren?

vanilla bean: Haben sich einige deiner Bares für Rares-Kolleg*innen schon von dir inspirieren lassen, öfters mal zu veganer Kost zu greifen?

Fabian: Leider nein. Aber am Set wird auch vegetarisch und auf Wunsch sogar vegan gekocht.

vanilla bean: Was vielleicht nicht jeder weiß: In eurem Familienschloss, dem Schloss Brandenstein in Thüringen, gibt es auch ein 100 % veganes Café, das Café Cattarius. Welche Spezialitäten sind denn da besonders empfehlenswert?

Fabian: Es bieten sich eine Vielzahl an veganen Leckereien zum genüsslichen Verzehr an. Diese wechseln je nach Saison und Lust und Laune der Köchin. Ich esse mich meistens einmal quer durch die Karte.

vanilla bean: Abgesehen vom Café Catterius, welche vegan-freundlichen Lokale besuchst du derzeit am liebsten?

Fabian: Ich bin vor ein paar Jahren nach Leipzig gezogen und dort ist die Auswahl ziemlich groß. Am liebsten mag ich die Vleischerei in Plagwitz. Die Currywurst dort ist fantastisch. Ich liebe es, wenn man so einfaches Essen auf vegane Weise zubereitet.

vanilla bean: Stehst du auch gerne selbst mal in der Küche?

Fabian: Ich lasse mitunter sogar Wasser anbrennen (lacht).

vanilla bean: Du hast ja ein Gespür für Trends. Glaubst du, die vegane Lebensweise ist nur ein vorübergehender Trend oder ist es etwas, was – wie deine Antiquitäten – die Zeit überdauern wird?

Fabian: Ich denke und hoffe, dass im Verzehr von Fleisch nicht die Zukunft liegt. Falls doch, schreiten wir in düstere Zeiten. Trends kommen und gehen, aber in mir wächst die Hoffnung, dass doch einige Menschen verstanden haben, dass Vegetarismus und Veganismus nicht aus einer zufälligen Laune heraus entstehen, sondern am direkten Leben orientiert sind und eine positive und anhaltende Veränderung in die Welt tragen.

Über vanilla bean

vanilla bean ist der größte deutschsprachige vegane Restaurantführer. Die mehrfach ausgezeichnete App wurde unter anderem von Apple, CHIP und Spiegel vorgestellt. Hol dir die kostenlose App für dein iPhone oder Android-Smartphone hier!