5 Tipps wie man eine Eiszeit übersteht

Der Winter verzaubert uns einerseits mit seiner morgendlich knisternden Kälte, seinem zartem Raureif und im besten Fall leise rieselnden Schneeflocken. Gleichzeitig verlangt er unserem Immunsystem und auch unserer Psyche einiges ab. Feuchtigkeit und Frost setzen unserem Körper zu und wegen der Kürze der Tage bekommen wir an manchen Tagen nicht mal Gelegenheit bei Helligkeit draußen gewesen zu sein. Das ist nicht gut und geht uns an die Substanz. Um dem zu entgehen, können wir den Winter hindurch ein paar Grundregeln beachten, mit denen wir kritische Situationen umgehen.

1. Bewegung an der frischen Luft – Lauf Dich lebendig!

Sobald die Tage kürzer werden, ist die Zeit, die wir an der frischen Luft verbringen, wichtiger denn je. Eine morgendliche, mittägliche oder abendliche Joggingrunde in warmer Kleidung versorgt deinen Organismus mit Sauerstoff, treibt den Blutdruck in die Höhe und mindert Stimmungsschwankungen. Außerdem boostet die Bewegung im Freien dein Immunsystem. Eine gute Strategie ist auch, weiterhin mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren oder einen Teil des Arbeitsweges zu Fuß zurück zu legen, wenn das möglich ist. Wenn Du es schaffst, dir alle zwei Tage Zeit zu nehmen, um mindestens 30 Minuten rauszugehen, hast du schon viel gewonnen. Du wirst es sehen.

2. Stimmungsmacher für Morgenmuffel – Würz Dich Wach

Aufgrund der Kälte und Dunkelheit am frühen Morgen sehnen sich Frühstücker jetzt nach etwas mit „mehr Substanz“, als einem frisch gepresster Saft oder einem grünen Smoothie. Diesem Bedürfnis solltest du auf alle Fälle nachgeben. Unser Stoffwechsel und das Verdauungsfeuer fahren im Herbst und Winter nicht mehr so hochtourig wie im Sommer und brauchen mehr Unterstützung, um weiterhin gut zu funktionieren. Wer ohnehin nicht gerne frühstückt, beginnt den Tag mit einer heißen „goldenen“ Latte.

Pflanzenmilch mit Kurkuma, Zimt, Vanille, Kardamom und Ingwer aufgeschäumt – oder einem heißen Chai mit denselben Gewürzen. Ingwer und Zimt wirken entzündungslindernd und wärmend. Kurkuma und Kardamom regen den Stoffwechsel an, stärken die Verdauung und reinigen den Organismus. Vanille hebt die Stimmung und entspannt außerdem. Alternativ empfiehlt sich jetzt das sommerliche Müsli mit frischem Obst und Joghurt gegen einen warmen Hirsebrei oder Haferbrei zu tauschen, welchen du mit gedünsteten Früchten, Nüssen und Trockenfrüchten abschmeckst. Auch etwas Roh-Kakao oder Kakaobohnen-Nibs helfen, Serotonin auszuschütten – ein Glückshormon. Ein warmes Frühstück bringt den Stoffwechsel auf Trab und gibt dir Energie für den Tag. Auf deinen grünen Smoothie musst du im Winter nicht verzichten – lediglich die Tageszeit, zu der du ihn verzehrst solltest du ändern.

3. Perfektes Timing für dein Chlorophyll – Trink Dich Fit/Grün

Zwischen 11 und 12 Uhr – eine gute Stunde vor dem Mittagessen – ist jetzt die beste Zeit für den rohköstlichen grünen Drink. Es ist Pitta-Zeit (das Powerelement aus dem Ayurveda) und der Stoffwechsel läuft auf Hochtouren. Nun kommt dein Magen-Darm-Trakt auch mit einem kühlen, rohköstlichen Smoothie gut zurecht. Dein Smoothie sollte viel saisonales Grünzeug wie Grünkohl oder Wirsingblätter, Spinat und Mangold oder ein paar Brokkoliröschen enthalten. Geschmacklich rundest du ihn mit süßen, reifen Früchten wie Orangen, Bananen und Äpfeln ab. Füge deinem Smoothie immer etwas Avocado hinzu – das hochwertige Fettsäureprofil der Avocado verbessert die Aufnahme aller anderen Nährstoffe um beinahe 100 %. Kohlgemüse, die jetzt reif sind, liefern dir viel überaus wichtiges Vitamin C und strotzen nur so vor sekundären Pflanzenstoffen, die als Radikalfänger und Antioxidantien unser Immunsystem pushen. Genau das Richtige, um dich für den langen Winter zu wappnen. Da bleiben Schnupfen und Husten auf der Strecke.

4. Wintergemüse: von wegen einseitig und langweilig – Iss Dich munter

Eine gute Devise im Winter ist es, jeden Tag saisonales Obst und Gemüse in möglichst vielen Farben zu verzehren.

  • Rot: Rote Bete, Rote Karotte, Rotkraut, Roter Mangold
  • Gelb/Orange: Kürbis, Karotte, Süßkartoffel, Steckrübe, Kartoffel
  • Grün: Grünkohl, Brokkoli, Rosenkohl, Stangensellerie, Spinat, Feldsalat
  • Weiß/Beige: Petersilienwurzel, Pastinake, Blumenkohl, Schwarzwurzel, Knollensellerie, Rettich, Topinambur

Salate und kalte Speisen sollten nur noch mittags gegessen werden – morgens und abends solltest du auf warmes Essen zurückgreifen. Zum Abendbrot kannst du dir jeden Tag eine andere Suppe zaubern. Auch Gemüsecurrys und -aufläufe aus dem Ofen sind eine willkommene und rasch zubereitete Abwechslung. Grundsätzlich sollte jetzt viel Wurzelgemüse im Kochtopf landen, da sie erdende und nährende Eigenschaften mitbringen. Außerdem wäre Kohl ein super Vitamin-C-Lieferant und eine wahre Vitalstoff-Bombe, was sekundäre Pflanzenstoffe und Mikronährstoffe angeht.

Nachtschattengewächse wie Tomaten, Auberginen und Paprika sollten weniger häufig verzehrt werden. Sie kühlen den Körper zu sehr ab. Dagegen kommen jetzt Gemüse aus der Familie der Kürbisse voll zum Zug. In Form von Suppen, Pürees, Risotto oder im Ofen gebacken, kann man sich abwechslungsreich mit diesen köstlichen Gemüse verwöhnen.

Die zahlreich enthaltenen Carotinoide erhalten unseren sommerlichen Teint. Viel wichtiger für den Körper sind aber die antioxidativen und die zellschützenden Eigenschaften dieser sekundären Pflanzenstoffe. Auch eine krebshemmende Wirkung wird ihnen mittlerweile zugeschrieben.

5. Naschen erlaubt – Süße Sünden ohne Reue

Natürlich ist die Winterzeit auch die Jahreszeit in der man am meisten Lust auf Süßes hat. Überall locken duftende Plätzchen, schokoladige Lebkuchen, saftiger Stollen und selbstgemachtes Weihnachtsgebäck und all dem soll man sich jetzt widersetzen? Einerseits ja: Du solltest schon versuchen nicht jeden Tag Unmengen von raffiniertem Zucker und Auszugsmehl in Dich hinein zu schaufeln – auch wenn es verlockend ist, diesen Versuchungen nachzugeben. Andererseits heißt das aber nicht, das Naschen an sich nicht möglich wäre: Es hängt ganz davon ab, was und wie. Trockenfrüchte und Nüsse, Bratäpfel mit einer knusprigen Füllung aus Mandeln und Datteln, mit Zimt und Vanille verfeinert oder auch selbstgemachte Rohkost-Leckereien, sind schnell gemacht und erfreuen nicht nur deinen Gaumen und Bauch, sondern werden auch bei deinen Freunden Bewunderung ernten und Geschmacksexplosionen auslösen.

Mit so viel guter Energie im Magen und mindestens 6 und maximal 8 Stunden Schlaf regenerierst du dich hervorragend für den nächsten Morgen! Und vielleicht startest du ja gleich wieder durch, mit einem kleinen Lauf im morgendlichen Raureif, während die Welt erwacht und sich die gleißende Dezembersonne durch die Wolken boxt.